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Forschungsprojekt "Herausforderung Insourcing"

In marktwirtschaftlichen Systemen entwickeln Unternehmen ständig neue Strategien, um im Wettbewerb bestehen zu können. Wirtschaftliche Aktivitäten sind daher durch eine hohe Dynamik charakterisiert. Jüngere Trends, wie die digitale Transformation, die Globalisierung und auch die Corona-Krise, erfordern dabei neue Unternehmensstrategien, die von Restruk-turierungen bis hin zur Neu-Konfigurationen der Wertschöpfungskette eines Unternehmens reichen können.
Verlagerungen und mögliche Rück-Verlagerungen von Leistungen – das Out- und Insourcing – sind bereits in einigen Studien untersucht worden. Dazu gehören beispielsweise viel be-achtete Phänomene wie die Veränderung der Zulieferungsbeziehungen, die Gründung bzw. Reintegration von Tochtergesellschaften, der Einsatz von Werkvertragsunternehmen bzw. die Beendigung der Zusammenarbeit mit ihnen oder der Aufbau langfristiger Vertragsbezie-hungen mit Partnerunternehmen. Das Forschungsprojekt „Herausforderung Insourcing“ fragt insbesondere danach, wie Insourcing-Prozesse unter den neuen Rahmenbedingungen ablau-fen. Methodische Grundlage ist ein Mixed-Methods-Design aus quantitativer und qualitati-ver Sozialforschung.

Ziele und Fragestellungen des Projektes

Im Zentrum des Vorhabens stehen Fragen nach dem Umfang von In- und Outsourcing-Prozessen im Kontext neuer Unternehmensstrategien, nach den Motiven und Kontexten, in denen In- bzw. Outsourcing erfolgt, nach den innerorganisationalen Aushandlungsprozessen, sowie nach den Folgen von In und Outsourcing im Hinblick auf Arbeits- und Beschäfti-gungsbedingungen.

  1. In welchem Umfang finden in Betrieben und Unternehmen In- und Outsourcing-Prozesse statt? Welche Muster bzgl. der Wahl von Regionen und Funktionen lassen sich erken-nen?
  2. Was motiviert In- und Outsourcing?
  3. Welche Chancen und Risiken ergeben sich für Unternehmen und Personal?

Untersuchungsmethoden

Untersuchungsgegenstand sind Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes in Deutschland mit mindestens 20 Beschäftigten. Empirisch wird eine Mixed-Methods-Studie durchgeführt, die aus zwei Teilen besteht: Eine qualitative Erhebung, die zwölf Fallstudien (mit je circa drei bis fünf Interviews mit betrieblichen Akteuren umfasst, die mindestens aus dem Ma-nagement und sofern vorhanden dem Betriebsrat bestehen) sowie eine repräsentative Be-fragung von 1000 Unternehmen, die auf ganz Deutschland generalisierbar sein soll. Das For-schungsvorhaben generiert damit Erkenntnisse über (1) die Bedeutung von In- und Outsour-cing im Kontext neuer Unternehmensstrategien und trägt (2) zum Verständnis der innerbe-trieblichen Vorgänge bei, die in Unternehmen bzw. Betrieben zu Insourcing führen. Dabei wird auch nach den Voraussetzungen, den Folgen und Herausforderungen des Insourcings (z.B. Umgang mit Know-how-Verlusten, Komplexitätssteigerung, Flexibilitätseinbußen, neue Formen der Arbeitsorganisation, veränderter Zugriff auf Arbeitskräfte) gefragt.

Die Ergebnisse der Studie werden den teilnehmenden Unternehmen und Verbänden nach Abschluss der Studie zur Verfügung gestellt.

Das Projekt wird durch die gemeinnützige Hans-Böckler-Stiftung gefördert (Projekt-Nr. 2019-521-1).

Projektleitung:
Prof. Dr. Markus Hertwig (Ruhr-Universität Bochum)
Prof. Dr. Carsten Wirth (Hochschule Darmstadt)

Projektbearbeitung (TU Chemnitz):
Sandra Jaworeck
Dr. Philipp Lorig
Dr. Oliver Thünken

H Da Darmstadt

Kooperationspartner:

Hochschule Darmstadt

Tu-chemnitz

Kooperationspartner:

TU Chemnitz