Begleitstudie zum Projektvorhaben „Change4Port“: in Kooperation mit der BTU Cottbus-Senftenberg und der Ruhr-Universität Bochum
Ausgangspunkt
Im Rahmen des Vorhabens Change4Port – sozialpartnerschaftliche Transformation im Containerumschlag in Bremerhaven wird eine Fachkräftestrategie für die Einzelunternehmen und den Gesamthafen entwickelt, erprobt und umgesetzt. Eine Begleitstudie, die in Kooperation mit der Arbeitnehmerkammer Bremen, der Ruhr-Universität Bochum und der BTU Cottbus–Senftenberg durchgeführt wird, nimmt dabei gezielt die Perspektive der Beschäftigten auf die Transformationsprozesse im Hafen in den Blick.
Vor dem Hintergrund eines gestiegenen Wettbewerbsdrucks investieren Unternehmen und Kommunen an Hafenstandorten in den Auf- und Ausbau von Infra- und Suprastruktur. Eine zentrale Rolle spielen dabei Digitalisierungs- und Automatisierungstechnologien, deren Einsatz Arbeits- und Organisationsprozesse – und damit Arbeitsinhalte, Tätigkeitsprofile, Qualifikationsanforderungen sowie Beschäftigungsstrukturen und -volumina – tiefgreifend verändert. Für viele Beschäftigte im Hafen geht dieser Wandel mit erhöhten Anpassungsdruck einher: Bestehende Tätigkeiten werden vollständig oder teilweise substituiert, der Arbeitskräftebedarf in diesen Bereichen sinkt, und zugleich entstehen neue Aufgaben, die erweitertes Fachwissen sowie Steuerungs- und Koordinationskompetenzen erfordern.
Forschungsinteresse
Die wissenschaftliche Begleitstudie untersucht, wie Hafenarbeiter:innen die Hafentransformation und deren Auswirkungen auf Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen subjektiv wahrnehmen und verarbeiten. Im Mittelpunkt stehen ihre Erwartungen, Befürchtungen und Wünsche gegenüber organisatorischen und technischen Veränderungen, ihre Einschätzungen zu Kompetenzverschiebungen und zur betrieblichen Selbstverortung sowie nachgelagert ihre Einstellungen zu Qualifizierungsmaßnahmen. Zur Erfassung der Subjektperspektive wird zum einen analysiert, welche Orientierungen in Bezug auf Arbeit, Arbeitsbeziehungen und Mitbestimmung bestehen. Zum anderen wird untersucht, wie Beschäftigte überbetriebliche und gesellschaftliche Wandlungsdynamiken wahrnehmen und bewerten. Dabei werden auch Entwicklungen berücksichtigt, die sich im Hafen verdichten, etwa Aspekte sozial-ökologischer Transformation, veränderte Wettbewerbsbedingungen, Privatisierungsprozesse sowie geopolitische Spannungen.
Methodisches Vorgehen
Zur Beantwortung der Forschungsfragen nutzt die Begleitstudie ein Mixed-Methods-Design. In einem ersten Schritt wird eine standardisierte Befragung durchgeführt. Sie ermöglicht einen repräsentativen Überblick über die genannten Themenfelder sowie die Erhebung demografischer und tätigkeitsbezogener Merkmale der Belegschaften. Anschließend werden im qualitativen Teil des Projekts problemzentrierte Interviews mit Beschäftigten geführt, um subjektive Wahrnehmungen und Deutungen vertiefend zu analysieren.
Laufzeit:
01.01.2026-31.12.2026
Forschungsförderung:
Das Projekt wird gefördert durch die Arbeitnehmerkammer Bremen.
Projektbearbeitung:
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Ruhr-Universität Bochum |
BTU Cottbus-Senftenberg |
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